top

 

Workshop-Bericht über Nils-Henning Oersted - Pedersen beim Montreux Jazz Festival, September-Ausgabe Jazzpodium 1996:
Kaum ein Instrument ist in den letzten beiden Jahrzehnten aber so expandiert wie der Bass, was die Erweiterung aus der ursprünglichen Rolle und die Virtuositätder Top-Interpreten betrifft......
.....Vor diesem Hintergrund konnte das Workshop-Programm alle Bass-Freaks erwartungsfroh stimmen, standen doch mit Nils-Henning 0ersted-Pedersen und Nathan East zwei interessante Vertreter ihrer Zunft bereit.........
........ Die beeindruckende Geläufigkeit und scheinbare Leichtigkeit im Spiel 0ersted- Pedersens haben ihre spieltechnischen Grundlagen im Rückgriff auf die Spielweise des früheren Virtuosen Bottesini und die besonders für Triolen geeignete Drei-Finger-Technik der rechten Hand.........
.........Bei aller Beschreibung der spieltechnischen Möglichkeiten, 0ersted-Pedersen vertritt keinesfalls den olympischen Gedanken des Höher, Schneller und Weiter. Maßgebend sei, dass die Quantität nicht über der Qualität stehe und die Form nicht über dem Inhalt. Und damit hat er verdammt recht...........
......... er machte deutlich, warum die individuelle Klangfarbe und Sprache das Kernstück jeder Jazzkarriere ist.

Interview mit dem Posaunisten Hans Kämper, Juni-Ausgabe 1997
Es gibt Musiker, die überhaupt nichts davon halten, dass sich ihre Berufskollegen über ihr Metier verbal verbreiten. Der RolIing Stones Schlagzeuger Charlie Watts zum Beispiel bezeichnet sie sogar als „die Pest". Glücklicherweise teilt Hans Kämper, einer der profiliertesten deutschen Jazzmusiker, diese Meinung nicht, und so sprach ich mit ihm (sorry, Charliel) über sein Instrument, seine Projekte und Kompositionen, „Euro-Jazz" und die Zusammenarbeit mit Albert Mangelsdorff.

Ihr Instrument, Hans Kämper, hat - ähnlich wie der Bass - eine fulminante Entwicklung vom Begleit- zum Solospiel durchlaufen. Ich denke in diesem Zusammenhang an virtuose Interpreten wie George Lewis, Ray Anderson und natürlich Albert Mangelsdorff mit seiner mehrstimmigen Spielweise, mit der er schon so viele Zuhörer fasziniert hat.

Natürlich steht insbesondere Albert in hervorragender Weise für dieses multiphone Spiel. Es ist aber keine Erfindung von ihm. Es gab schon zuvor in der Neuen Musik Kompositionen, in denen die zweite Stimme, die man zum geblasenen Ton singt, ausnotiert war........

......Viele der heutigen Posaunisten verfügen über einen großen Klangfarbenreichtum und eine außerordentliche Artikulationsbreite. Man muss aber auch sehen, dass die Innovationen über das Instrument hinausgehen und die Musiker, die Sie genannt haben - und natürlich auch noch einige andere - an der Weiterentwicklung des Jazz insgesamt entscheidend beteiligt waren und sind.

Interview mit dem Schlagzeuger Hannes Clauß, Dezember-Ausgabe 1998
Wer dem Oldenburger Schlagzeuger Hannes Clauß begegnet, trifft auf eine vielschichtige Musiker- und Künstlerpersönlichkeit. In seiner facettenreichen Biographie spiegeln sich die zahlreichen interessanten Projekte, die er im Laufe der Zeit initiiert und mitgestaltet hat. Vitalität, Experimentierfreude, Humor, Dynamik und Sensibilität kennzeichnen ihn als Persönlichkeit wie als Musiker.

.......In bezug auf Eigenwilligkeit und Überraschungsmomente machen Sie es Ihrem Publikum nicht gerade leicht. Man kann sich zum Beispiel nicht lange in einen Groove hineinhängen und einfach treiben lassen...

Sie können es ja auch positiv sagen: Wir halten das Publikum wach durch unsere Kreativität......

......Dazu passt, dass Sie bei Ihren Platten auf die Klangpolitur mit Effekten und Studio-Technik verzichten.

Das ist so gewollt - und das braucht unsere Musik auch nicht. Dieses „Aufmotzen" ist eher in Amerika üblich. Zu oft werden Effekte als Tünche verwendet, um Einfallslosigkeit zu kaschieren........
.........Ich habe bisher noch keine Band gehört, die so differenziert und unterschiedlich spielen kann, ohne dass es zusammenhanglos wirkt. Wir sind ja keine Chamäleon-Truppe, die ein wild zusammengewürfeltes Repertoire spielt.......
........Dieses Umdenken, das Überlagern, das neu Zusammensetzen und die Überraschungsmomente – all das ist für mich das Spannendste in der Musik.

Buch-Rezension in der Januar-Ausgabe 1999 über „Play Jazz-Rock“
von
Jürgen Kumlehn, AMA-Verlag

Mit diesem Buch wird eine Serie für Gitarristen fortgesetzt, in der es bisher um die Musikstile Funk, Soul und Blues sowie um das Spielen auf der akustischen Gitarre ging........
........Kurze, einführende Kapitel stehen den Musikbeispielen voran. Die Akkord-Licks sind nach rhythmischen und stilistischen Kriterien zusammengestellt, großformatig abgebildet mit Akkord-Diagrammen, Noten und Tabulatur.Latln, Shuffle, Funk, Blues und Rock sowie Balladen, die zum Teil mit Akkordbrechungen gespielt werden, machen das stilistische Spektrum dieses Buches aus.......
........Eine andere Frage ist, ob sich solche Publikationen unbedingt im ranschmeißenden Berufsjugendlichen-Jargon an die potentielle Klientel wenden müssen. Hier ein lockerer Spruch- dort eine witzige Bemerkung, dazu außer den sonst üblichen - auch ein paar eigene Anglizismen - so wird manchmal der Gag wichtiger als die Information. Schade drum. Das musikalische Material jedenfalls ist gut und ohne Zweifel sehr anregend für diejenigen Gitarristen, die damit klarkommen.
Für alle anderen heißt es: Weiter üben!

CD-Rezension in der Mai-Ausgabe 1999 über das Album des amerikanischen Trompeters Rick Braun „Full Stride“.
Der Trompeter Rick Braun ist kein Musiker, dessen Spiel von überbordender Expressivität und kantigen Akzenten geprägt ist. Das zeigt sich auch auf seiner neuen CD. Dem Stil des Ex-WAR-Musikers entsprechen eher weiche, geschmeidige und fließende Linien..........
........“Hollywood & Vine“ wird in einem bewegteren, funkIgen Groove gespielt. Hier - wie auch in “One love" und “China bath” – werden bei den Themen schöne Akzente gesetzt durch das Zusammenfügen von Flügelhorn, Keyboard und gedämpfter Trompete........
........Ansonsten muss in puncto Bass-Sound leider gesagt werden, dass es bei den übrigen Stücken eigentlich gleichgültig ist, ob Upright-, Synthi- oder E-Bass eingesetzt werden - hier heißt es, analog zu den Baseballkappen, „One sound fits all“..........
...........Fazit: Für die KuscheI(jazz)-Ecke ist die CD gebongt. Aber es gibt in diesem Genre Interessanteres – nicht zuletzt von Rick Braun selbst (beispielsweise das Album „Beat Street“...........

CD-Rezension in der Ausgabe Juli / August 1999 über das Album des amerikanischen Bassisten Michael Manring „The Book of Flame“
Als Michael Manring heranwuchs, war für ihn ein Bass noch ein Bass. Im Alter von 10 Jahren begann er mit dem Spielen des Instruments und sehr bald änderte sich diese Einstellung. Sein Elektrobass wurde ja auch als Bassgitarre bezeichnet - und Manring war beeinflusst von Gitarren-dominiertem Hard-Rock der Marke Led Zeppelin. Auch wenn einige Leute versuchten, ihn davon abzubringen, hielt er an seiner Auffassung fest, seinen Bass als Soloinstrument zu betrachten........
........Manring räumt allerdings den kompositorischen Möglichkeiten den Vorrang ein gegenüber den technischen - wie überhaupt er sich selbst als Komponist sieht, der sich des Mediums  „Bass" bedient.........
.........Fazit: Michael Manring zeigt sich auf dieser, seiner fünften CD, als ein wirklich innovativer Musiker und Komponist, dessen Musik nicht nur für Bass-Freaks interessant ist.

Dave Samuels in der Ausgabe Dezember 1999
Als die Band 1993 von Dave Samuels für ein spezielles Konzert im Zoo des New Yorker Central Parks zusammengestellt wurde, bildeten der Saxophonist und Klarinettist Paquito D'Rivera und der Steelpan-Spieler Andy Narell ein Triumvirat,  das - unterstützt durch die Rhythmusgruppe - dem Publikum bei zahlreichen Live-Auftritten eine sehr spezielle, vitale und mitreißende Mixtur aus lateinamerikanischen, afro-kubanischen und Jazz-Elementen bot. In dieser Zeit veröffentlichte die Band zwei Alben: "The Caribbean Jazz Project" und „Island Stories". Daneben verfolgten die Musiker des CJP auch immer eigene Solo-Projekte. Offensichtlich war der hierzu benötigte Zeit- und Energie-Aufwand auf Dauer nicht mehr zu bewältigen - Paquito D'Rivera und Andy Narell gehörten jedenfalls nicht mehr der Band an, die im Oktober und November in Deutschland tourte. Für alle Liebhaber dieser Musik und dieses Ensembles ein harter SchlagI Immerhin kann man sich an das halten, was es auf den schon erwähnten CDs zu hören gibt – beispielsweise das treibende „Abracadabra" oder das raffinierte Spiel von Thema und Gegen-Thema in „Calabash" – beides Stücke von Andy Narell.

CD-Rezension in der Ausgabe März 2000 über das Album des amerikanischen Saxophonisten Richard Elliot „Chill Factor“
Der Saxophonist Richard Elliot ist ein Musiker, der über sein Instrument ein beträchtliches Expressiv-Potenzial ausdrücken kann. Das Nachfolge- Album von  „Jumpin' Off" bereitet diesbezüglich allerdings einige Enttäuschungen......
.........Die Arrangements sind übermächtig und lassen sowohl Elliot selbst zu wenig Raum wie auch beispielsweise Flügelhorn-Spieler Rick Braun..........
.........Die Ähnlichkeit der Stücke wurde schon erwähnt – wer sich zum Beispiel „Who?" und „On the fly" anhört und zwischen beiden Stücken hin und her zappt, kann sehr schnell die Orientierung verlieren.
Fazit: Zwei oder drei von insgesamt elf Stücken dieser CD, in denen man den „wirklichen" Richard Elliot hören kann, sind vielleicht doch etwas zu wenig.

Musiker-Porträt des Euphonium-Spielers Uli Sobotta, Ausgabe Mai 2000
Euphonium? Klingt wie der Name einer römischen Garnison in Gallien! Und wenn Uli Sobotta ein Zeitgenosse gewesen wäre, hätte er mit dem Klang des Instruments und seiner Spielweise alle Löwen des Circus Maximus besänftigt – oder in die Flucht geschlagen. Wirklich alle? An dieser Stelle kehren wir lieber in die Gegenwart zurück. Und darin taucht Sobotta mit seinem Baritonhorn in den verschiedensten musikalischen Bezügen und Auftrittsformen auf – sei es mit seinem Trio GTE, in Performances mit Schauspielern und Tänzern oder als musikalische Ergänzung bzw. als Gegenpart auf Vernissagen der bildenden Kunst. Die Besonderheiten seines Instruments finden ihre Entsprechung in dem sehr eigenen musikalischen Werdegang des Musikers und seiner Rollenvielfalt, z.B. als Spieler der Lead- und der Bass-Stimme, rhythmischer Licks, Mehrstimmigkeit, stilistischer Breite von Rock, Jazz, Funk und freier Improvisation. Und – wie bei seiner CD „Blechente“, in der humorvollen Verbindung von Musik und Sprache. Hier bedient sich Sobotta seiner speziellen Spieltechnik, die den bruchlosen Übergang von gesprochenen Texten in die geblasenen Parts ermöglicht...........

Festivalbericht über das Montreux Jazz Festival 2001, Ausgabe September 2001
Eine Landschaft wie gemalt – ein mit Top-Acts gespicktes Programm - Musiker, die zur Höchstform auflaufen: Gründe, die diesen Festival- Dino auch im 35. Jahr attraktiv machten..........
..........Der Abend Jazz & Songs – auch nur in Montreux zu sehen - präsentierte Sängerinnen, die unterschiedlicher nicht sein konnten: Hier die sprunghafte, stimmlich enorm wandlungsfähige und zuweilen eruptive Rachelle Ferrell, dort die souveräne Dianne Reeves, deren weiche, fließende Körpersprache der Geschmeidigkeit ihrer Stimme entsprach sowie die lebhaft-humorvolle Siedah Garrett..........
..........Danach füllte sich die Bühne und der Tribut für Miles Davis 75. Geburtstag kam ins Rollen - ungeprobt und spontan wie der ganze Abend. Von „So what" bis .Jean- Pierre" und bis in die frühen Morgenstunden reichte der Song- und Zeitbogen.............
Der Auftritt des neuen Chick Corea Trios mit Bobby McFerrin muss zu den Festival-Highlights gezählt werden: Corea ist ein hochgradiger Rhythmiker und perkussiver Pianist, der zwischendurch immer wieder zu den Perkussionsinstrumenten wechselt oder den Flügel in dieser Weise benutzt. Mit einem ausgezeichneten Bassisten Avishai Cohen und Drummer Jeff Ballard präsentierte er einen sehr intensiven Set. Dann stieg McFerrin ein mit dem Corea-Klassiker .Spain". In der Folge konnte man einen Heidenspaß haben an dem, was Corea und McFerrin so alles ausheckten. Köstlich dessen Blues-Persiflage- am Ende Ball paradox: McFerrin am Klavier und Corea entfesselt scattend..............

Workshop-Bericht über Marcus Miller beim vorstehenden Festival: Master Miller und seine Klasse, Ausgabe September 2001
Während des Montreux Jazz Festivals hatten diesmal wieder interessierte Musiker die Gelegenheit, Workshops und Master Classes mit prominenter Besetzung zu besuchen (zum Teil kostenfrei)...........
..........Miller spielte mit jeweils einem der Teilnehmer zusammen mit klarer Rollenverteilung: abwechselnd Begleitung und Solo..........
..........Er gab einige Beispiele, in denen er Patterns und alterierte Akkorde als Melodie- und Improvisations-Bausteine benutzte. Und schließlich sehr anschaulich: Der Aufbau eines Bass-Solos. Seine eigenen Beiträge hatten quasi den Charakter eines Zusatz-Konzerts. Am Spiel der Kursteilnehmer übte Miller, sehr aufmerksam und relaxt, konstruktive Kritik.......

Porträt des Brian Melvin – Ralph Reichert Quartetts, Ausgabe Dezember 2004
Wer in Hamburg guten Live-Jazz hören (und auch darbieten) will, hat seit 20 Jahren eine Adresse, wo sich das Anker werfen lohnt: Jazzclub Birdland, Gärtnerstrasse 122. Das Programm des Clubs ist Stil- und Generationen-übergreifend angelegt. In diesem Umfeld wuchs der Saxophonist Ralph Reichert als Sohn des Besitzers Dieter Reichert auf und hatte so schon früh die Gelegenheit, namhafte Interpreten live zu erleben und mit einigen zu spielen: zu hören auf den Alben „Mr. 2500 Cornell Dupree Live at Birdland“ und „Reflections“ mit dem exzellenten Trompeter Randy Sandke........
.........Auch das dritte Album „ZAT“ entstand im Birdland und führte das Brian Melvin – Ralph Reichert Quartett schon einmal zu einer Live-Performance zusammen........
........ Ein sehr facettenreiches Album, das ein trotz weniger Proben sehr gutes Spielverständnis der Musiker zeigt – woraus zweierlei deutlich wird: die Offenheit und die Qualität der Bandmitglieder .......

Festival-Bericht über das Jazz en bloc Festival in Oldenburg, Ausgabe Mai 2008
Wie bitte? Ein Jazzfestival, das mit einem Tribute für Jimi Hendrix abgeschlossen wird? Ein Instrumentalist, der sein Spielgerät auseinander schraubt und trotzdem damit Musik macht? Ein Streichquartett, das einen Metallica-Titel im Repertoire hat? Eine für Kinder konzipierte Veranstaltung, in der die Musiker als Backzutaten erscheinen und eine Jazztorte fabriziert wird? Keine Sorge - es gibt definitiv keine Fortsetzung von Harry Potter. Das Jazz Podium erscheint auch künftig weder als Märchenmagazin noch als Zentralorgan der Bäckerinnung. Aber wer sich die achte Ausgabe des Festivals en bloc angesehen und angehört hat, konnte all das erleben..........
........Den ersten Konzertabend begannen die Mitglieder des Streichquartetts String Thing unter dem programmatischen Namen „Voice, Strings & Fire“. Die Mitglieder des Ensembles schlugen die persönlichen Songbooks auf. Und darin befanden sich so unterschiedliche Stücke wie Santanas „Oye como va“,  Pat Methenys  „Travels“ und sogar Metallicas „Master of puppets“. Nicht wirklich überraschend bei der Biografie der Band. Ihre Musiker kurven ja schon lange durch die musikalischen Welten sowohl der Klassik wie des Jazz. Und so konnten drei drängende Fragen ganz einfach beantwortet werden: Können Streicher rocken? Und kriegen sie eine mitreißende Version von „Master of puppets“ - ohne klotzige Verstärkeranlagen - hin?
Gehört so etwas auf ein Jazz Festival? Dreimal eindeutig: ja! ............

Jazz Podium, Ausgabe Juni 2010
CD – Rezension über das neue Projekt des Hamburger Saxophonisten Ralph Reichert
Der  Saxophonist Ralph Reichert  ist hier erneut an einem Projekt beteiligt, das interessante Musiker zusammen brachte. Die  Veröffentlichung dieser CD fügt sich ein in die Reihe der Recordings, die im Hamburger Birdland Jazzclub realisiert wurden. Es kamen zwei Vertreter der mittlerweile sehr munteren Italo-Jazz-Szene – Danilo Memoli, p und Stefano Senni, kb mit dem Drummer Joris Dudli und Reichert zusammen. Dudli ist ein Instrumentalist, der bereits viele bedeutende musikalischen Stationen hinter sich hat (Vienna Art Orchestra, Art Farmer Quintet, sowie die Zusammenarbeit mit u.a. Joe Zawinul und Benny Golson)............
Der Titeltrack ist ein uralter Gassenhauer – und nur am Thema zu erkennen. Pianist Memoli erweist sich hier – wie bei anderen Titeln – als Arrangeur mit eigenständigen und interessanten Ideen. Von diesem Stück gibt es viele so unterschiedliche Versionen (wie z.B. die der Comedian Harmonists oder sogar von Paul Potts), diese hier fällt völlig aus dem Rahmen: Der 5/4-Rhythmus, die Akzente der Rhythmusgruppe während des Sax-Solos, das Spielen mit dem Grundtempo im Piano-Solo mittels ritardandi und accelerandi. Blue Rose – ein Ellington-Klassiker, wurde ebenfalls von Memoli arrangiert. Lebhafte Chase-Chorusse (mit Gelegenheiten für Drummer Dudli, seine Kreativität einzubringen) kennzeichnen diesen Titel. Haresah – eine Komposition des Saxophonisten Steve Grossman, ist ein gutes Beispiel für solistische Spannungsbögen über eine konstante rhythmische Grundstruktur........ Diese CD gibt einen Vorgeschmack auf die ab Herbst geplante Tour der Band.

Jazz Podium, Ausgabe April 2012 
Rezension der neuen CD des Günther Späth Quartetts „In Time“
Die neue CD ........  präsentiert einen gelungenen Mix aus Eigen- und Fremdkomposition. Letztere enthalten Standards wie „Sweet love of mine“, aber auch Adaptionen neu arrangierter interessanter Songs, die sich auf Grund des reizvollen melodischen Ausgangsmaterials zu vitalen und spannenden Improvisationen eignen.
.......... Bei den Eigenkompositionen wie der von Eckhard Petri, „Johnny Hodges“, trifft eine Zwölftonreihung auf eine durchgängige Funk-Rhythmik.........
.......Prägnante Soli sind zu hören sowie schöne Kontraste von schnellen Tonfolgen und laid-back gespielten Passagen.........
........Ein Beispiel für das große Spielverständnis der Band ist der mit knackigem Drive gespielte Titel von Kenny Wheeler „Smatter“ ..............  Insgesamt also ein sehr kontrastreiches Album.